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Die Entstehung des Karate

Karate-Dō

Ein kurzer geschichtlicher Abriss.

Kampfkünste entstanden schon immer da, wo Menschen zusammenlebten, dies ist kein Phänomen welches sich nur auf Asien beschränkt. Karate entstand auf Okinawa, der Hauptinsel der Ryūkyū-Inseln. Nachdem die Ryūkyū-Inseln nach einer langen Zeit stetiger Unruhen und ständiger Gebietskämpfe der lokalen Fürsten im 15. Jahrhundert zum Königreich Ryūkyū vereinigt wurde, pflegte dieses einen engen Kontakt zum chinesischen Kaiserreich, so dass die komplette Kultur des Königreiches von chinesischen Einflüssen durchtränkt wurde. Dies betraf selbstverständlich auch die einheimische Kampfkunst - Ti genannt.

Des Weiteren betrieb das Königreich Ryūkyū ab dem 15.Jahrhundert einen überaus regen Handel mit ganz Südostasien. So kam es, dass auch die Kampftraditionen aus Vietnam, Malaysia, Thailand und den Philipienen die einheimische Kampfkunst beeinflußten.

Als im Jahre 1609 das Königreich Ryūkyū von den Samurai des Shimazu Clans, den Herrschern des Satsuma-Lehens auf der japanischen Insel Kyūshū, anektiert wurde, brachten diese ihre Kampfkunst, das Jigen-Ryū, mit auf die Insel und so erfuhr das einheimische Ti einen weiteren sehr starken Einfluß.

Das Ausüben der Kampfkunst war ein Privileg des Adelsstandes und wurde strikt unter dem Ausschluss der öffentlichkeit trainiert. Erst im Zuge der Meiji-Restauration im Jahre 1868 und der damit verbundenen Abschaffung des Königreiches und Adelsstandes lockerte sich dieses Privileg langsam. So kam es, dass die Ausübung des Karate ab dem 1890iger Jahren immer öffentlicher wurde, bis es schließlich zu Beginn des 20. Jahrhunderts seinen Weg in das okinawanische Schulsystem fand.

Im Zuge der imperialistischen Umorientierung Japans veränderte sich auch das Karate. War es vormals eine Sache zwischen einem Lehrer und wenigen Schülern, so mussten nun große Klassen unterrichtet werden. In den 1920iger Jahren machte sich dann eine Hand voll okinwanischer Karatelehrer auf den Weg nach Japan und dort führten sie Karate auf dem Festland ein. So entstanden an den Universitäten des Kaiserreiches die ersten Karateclubs.

Nach dem zweiten Weltkrieg begann sich das Karate weltweit zu verbreiten. Amerikanische GIs lernten etwas Karate und brachten dieses mit nach Hause. Die Japan Karate Association (J.K.A.) wurde gegründet und entwickelte ein beispielloses Ausbildungsprogramm für Karateinstruktoren. Diese Instruktoren wurden in die ganze Welt hinausgeschickt um das Karate zu verbreiten.

Karate wurde Ende der 1950iger Jahren von Jürgen Seydel in Deutschland eingeführt, der seinerseits Karate in Frankreich kennenlernte. In den 1960iger Jahren kamen viele dieser J.K.A.-Instruktoren nach Deutschland um die Entwicklung des Karate hier voranzutreiben.

Seitdem entwickelte sich Karate weltweit immer weiter in verschiedene Richtungen. Viele betreiben es als modernen Wettkampfsport und andere besinnen sich zurück und orientieren sich an den traditionellen Werten dieser Kampfkunst. So entstanden weltweit zahllose Verbände und Organisationen die ihr Karate fördern und voranbringen.